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Warum Ihr Bodenablauf bei Starkregen hochdrückt: Ursachen erkennen und richtig handeln

Tobias

Wenn der Abfluss im Keller oder Hof ausgerechnet bei starkem Regen überläuft, wirkt das wie ein Rätsel: Im Alltag fließt alles problemlos, doch sobald es draußen schüttet, drückt Wasser zurück und es riecht unangenehm. Häufig steckt kein „mysteriöser“ Defekt dahinter, sondern eine Kombination aus Regenwasser, Rückstau im Kanal oder einer Teilverstopfung, die nur bei hohen Wassermengen auffällt. Wer die typischen Ursachen kennt, kann Schäden am Gebäude vermeiden und gezielt die richtige Maßnahme – von der Sichtprüfung bis zur Kanalinspektion – einleiten.

1) Regenwasserführung rund ums Gebäude prüfen (Dachrinne, Hofablauf, Rinne)

Bei Starkregen kommen in kurzer Zeit enorme Wassermengen zusammen. Wenn Dachrinnen überlaufen, Fallrohre verstopft sind oder der Hofablauf Laub und Schmutz sammelt, landet das Wasser nicht dort, wo es hingehört – und sucht sich den nächstbesten Weg. Häufig zeigt sich das Problem nur bei Regen, weil dann erst die „Kapazitätsgrenze“ erreicht wird.

Achten Sie besonders auf diese Anzeichen:

  • Gurgelnde Geräusche am Ablauf, sobald es draußen stark regnet
  • Wasser steht kurzzeitig in Rinnen oder vor dem Gully und läuft dann schwallartig ab
  • Überlaufende Dachrinne oder „Wasserfall“ am Fallrohr
  • Schlamm, Laub oder Sand im Einlaufbereich

Sinnvoll ist eine einfache Sichtprüfung: Einläufe freiräumen, Laubkörbe reinigen, Fallrohre kontrollieren (auch auf Knicke oder lose Verbindungen). Wenn sich dabei schon größere Ablagerungen zeigen, ist eine gezielte Reinigung der Regenwasserleitung oder des Hofablaufs oft der schnellste Hebel. Für viele Haushalte ist das auch ein guter Anlass, langfristig eine regelmäßige Rohrreinigung bzw. Kanalreinigung einzuplanen.

2) Rückstau aus der Kanalisation: Wenn das Netz „voll“ ist

Ein klassischer Grund für überdrückendes Wasser bei Unwettern ist Rückstau. Bei sehr hohen Niederschlagsmengen kann die öffentliche Kanalisation (oder die Grundstücksanschlussleitung) zeitweise überlastet sein. Dann steigt der Wasserspiegel im Kanal und drückt Richtung Haus zurück – besonders kritisch für Entwässerungsstellen unterhalb der Rückstauebene (oft Kellerräume, Waschküche, Bodenabläufe).

Typisch für Rückstau ist, dass nicht nur ein einzelner Abfluss betroffen ist: Es kann an mehreren Stellen gluckern, der Ablauf wirkt „zäh“, und mitunter riecht es kurzzeitig nach Kanal. In solchen Fällen hilft nicht „noch mehr Wasser nachkippen“, sondern die Ursache muss technisch gelöst werden.

Praxis-Tipp: Prüfen Sie, ob eine Rückstausicherung vorhanden ist (z. B. Rückstauklappe) und ob diese gewartet wird. Eine blockierte oder defekte Klappe kann das Problem verschlimmern.

Wenn Sie unsicher sind, lohnt sich eine fachliche Beurteilung: Eine Kamerainspektion der Leitungen kann zeigen, wo sich der Rückstau aufbaut und ob die Rückstausicherung korrekt dimensioniert und eingebaut ist. Begriffe wie Rückstausicherung nachrüsten oder Rückstauklappe installieren sind hier typische Lösungsansätze, die sich später auch gut mit einer passenden Service-Seite intern verlinken lassen.

3) Teilverstopfung und Ablagerungen: Unauffällig im Alltag, kritisch bei großen Mengen

Wenn der Ablauf „meistens“ funktioniert, ist das kein Beweis für eine freie Leitung. Häufig verengen Fett, Seifenreste, Sand oder Feinsedimente den Querschnitt über Wochen und Monate. Bei normaler Nutzung reicht die Restöffnung aus – bei Starkregen, der zusätzlich in die Leitung gelangt, kommt es dann zum Überlaufen.

Besonders anfällig sind Übergänge und Richtungswechsel: Dort bleiben Schwebstoffe hängen, Ablagerungen wachsen schichtweise, und die Leitung verliert an Durchsatz. Ein weiterer Klassiker ist Wurzeleinwuchs: Feine Wurzeln dringen an Muffen oder Haarrissen ein, fangen Schmutz und bilden nach und nach ein „Sieb“.

Was Sie tun können:

  • Bei wiederkehrenden Problemen eine professionelle Rohrreinigung mit passender Technik (z. B. Hochdruckspülung) einplanen
  • Keine aggressiven Chemikalien als Dauerlösung einsetzen – sie lösen Ursachen selten nachhaltig
  • Bei Verdacht auf Wurzeln oder Schäden: Kanalinspektion mit Kamera durchführen lassen

Eine gezielte Kombination aus Kamerabefahrung und Reinigung ist meist effizienter als „Trial-and-Error“. So bekommen Sie Klarheit, ob es sich um Ablagerungen, ein Hindernis oder einen strukturellen Schaden handelt.

4) Falsche Anschlüsse, Gefälleprobleme oder Leitungsschäden: Wenn die Entwässerung konstruktiv hakt

Manchmal liegt die Ursache nicht im Schmutz, sondern in der Ausführung: Zu wenig Gefälle, ein abgesacktes Rohr ("Bauch"), beschädigte Dichtungen oder falsch angeschlossene Regenwasserleitungen führen dazu, dass bei starkem Niederschlag die Leistung nicht mehr ausreicht. Ein Rohrbauch sammelt Sedimente – die Leitung verengt sich schneller, und in Regenphasen kommt es früher zum Stau.

Auch Fehlanschlüsse sind in der Praxis häufiger als gedacht, etwa wenn Regenwasser und Schmutzwasser ungünstig zusammengeführt werden oder ein alter Umbau nie sauber dokumentiert wurde. Das fällt oft erst bei Extremwetter auf, weil dann die Spitzenlasten sichtbar werden.

Hier sind Diagnosen entscheidend: Eine Dichtheitsprüfung, die Ortung der Leitungsführung und eine Kamerainspektion liefern belastbare Ergebnisse, bevor Sie bauliche Maßnahmen starten. Das spart Geld und verhindert, dass „auf Verdacht“ an der falschen Stelle gearbeitet wird.

Mythen vs. Fakten: Was bei überdrückendem Wasser wirklich stimmt

  • Mythos: Wenn es nur bei Regen passiert, ist der Abfluss selbst in Ordnung.
    Fakt: Gerade Teilverstopfungen oder Rückstau zeigen sich oft erst bei hohen Wassermengen.

  • Mythos: Eine Flasche Rohrreiniger löst das Problem dauerhaft.
    Fakt: Chemie erreicht viele Ablagerungen nicht zuverlässig und hilft bei Wurzeln, Rohrbauch oder Rückstau gar nicht.

  • Mythos: Rückstau betrifft nur alte Häuser.
    Fakt: Auch Neubauten können unterhalb der Rückstauebene liegen und ohne passende Sicherung betroffen sein.

  • Mythos: Wenn der Nachbar nichts merkt, kann es kein Kanalproblem sein.
    Fakt: Grundstücksleitungen, Höhenlagen und Einleitpunkte unterscheiden sich – Probleme können sehr lokal auftreten.

Mini-Checkliste: Das können Sie vor dem nächsten Starkregen prüfen

  • Einläufe, Gullys und Laubkörbe reinigen; sichtbare Ablagerungen entfernen
  • Dachrinne und Fallrohre auf Durchfluss prüfen (auch nach dem Herbst)
  • Bei Kellerabläufen: Liegt eine Rückstausicherung vor und wurde sie gewartet?
  • Gerüche, Gluckern oder langsames Ablaufen dokumentieren (Zeitpunkt, Wetter, betroffene Stelle)
  • Wenn es wiederkehrt: Fachbetrieb für Rohrreinigung und Kanalinspektion mit Kamera anfragen
  • Bei wiederholtem Wassereintritt: Rückstauschutz und Entwässerungsplanung prüfen lassen

Fazit: Mit Diagnose statt Bauchgefühl zu einer sauberen Lösung

Überlaufende Abläufe bei Starkregen sind selten Zufall: Meist treffen hohe Wassermengen auf eine verengte Leitung, eine überlastete Kanalisation oder eine fehlende Rückstausicherung. Wenn Sie früh prüfen, reinigen und bei Bedarf per Kamerainspektion Klarheit schaffen, vermeiden Sie Folgeschäden und bekommen eine Lösung, die auch beim nächsten Unwetter trägt. Für wiederkehrende Fälle ist es sinnvoll, die Situation einmal professionell bewerten zu lassen – inklusive passender Maßnahmen wie Rohrreinigung, Kanalreinigung oder dem Nachrüsten einer Rückstausicherung.

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